Marlon Brando en Jor-El, tunique blanche au blason de la Maison El, dans Superman (1978)

Marlon Brando als Jor-El: zwölf Drehtage, die Superman retteten

Superman-Darsteller
Schauspieler Kino Jor-El ⏱ 9 Min. Lesezeit

Marlon Brando hat nur zwölf Tage gedreht an Superman, für eine Handvoll Szenen im weißen Gewand auf einem Kristallplaneten. Er holte sich die meistkommentierte Gage der Hollywood-Geschichte, und der Film holte sich seine Glaubwürdigkeit. In diesem Artikel erfährst du: warum die Produzenten so viel zahlten, was Brando wirklich gedreht hat, seine legendären Arbeitsmethoden, den Prozess, der ihn aus Superman II, seine postume Rückkehr in zwei Filmen von 2006 und was sein Jor-El dem Mythos gegeben hat. Am Ende weißt du, warum diese zwölf Tage immer noch zählen.

Das Wesentliche

  • Geburt: 3. April 1924 in Omaha, Nebraska
  • Tod: 1. Juli 2004 in Los Angeles, mit 80 Jahren
  • Seine Rolle: Jor-El, der kryptonische Vater von Superman
  • Seine Gage: 3,7 Millionen Dollar plus eine Beteiligung an den Einnahmen
  • Drehzeit: etwa zwölf Tage
  • Warum er verschwindet: ein Prozess gegen die Produzenten um seinen Gewinnanteil

Vor Krypton: der größte Star der Welt

Marlon Brando wird am 3. April 1924 in Omaha, Nebraska, geboren. In New York bei den Pädagogen des Actors Studio ausgebildet, setzt er Anfang der 1950er ein naturalistisches Spiel durch, das den Schauspielberuf dauerhaft verändert.

Endstation Sehnsucht (1951) macht ihn bekannt; Die Faust im Nacken (1954) bringt ihm den Oscar als bester Hauptdarsteller. Zwanzig Jahre später Der Pate (1972) bringt ihm einen zweiten, den er öffentlich ablehnt: er schickt die Schauspielerin Sacheen Littlefeather, ihn in seinem Namen zurückzugeben, aus Protest gegen den Umgang der Filmindustrie mit Native Americans.

Es folgen Der letzte Tango in Paris (1972) und Apocalypse Now (1979). Mitte der 1970er ist Brando zugleich der angesehenste Schauspieler seiner Generation und einer der schwersten zu führen.

Sechs Filme, um Brando einzuordnen
Film Jahr Was davon bleibt
Endstation Sehnsucht 1951 erste Oscar-Nominierung
Die Faust im Nacken 1954 Oscar als bester Hauptdarsteller
Der Pate 1972 zweiter Oscar, öffentlich abgelehnt
Der letzte Tango in Paris 1972 der umstrittenste Film seiner Karriere
Superman 1978 Jor-El, zwölf Drehtage
Apocalypse Now 1979 finaler Auftritt, inzwischen mythisch

Genau diese Mischung wollen die Produzenten von Superman haben: einen Namen, der Respekt einfordert und oben auf dem Plakat stehen kann.

Die Gage, die zum Skandal wurde

Die Zahlen der Sache Brando

Feste Gage3,7 Millionen Dollar
Beteiligungeine Beteiligung an den Einnahmen des Films
Drehzeitetwa zwölf Tage
Zeit auf der Leinwandweniger als zwanzig Minuten
Gesamteinnahmeetwa 14 Millionen Dollar nach den Schätzungen

1977 hat dieser Betrag kein Gegenstück. Kein Schauspieler hatte je so viel für eine Nebenrolle bekommen, und die Presse greift es sofort auf.

Richard Donner, der Regisseur, hat seinen Ärger nie versteckt: dieses Geld, erklärte er, hätte den Spezialeffekten eines Films dienen können, der zum ersten Mal einen fliegenden Mann glaubhaft machen sollte. Unser Dossier über Superman (1978) erzählt von diesem technischen Wagnis.

Die Rechnung der Produzenten war trotzdem einfach, und sie hat sich als richtig erwiesen.

Warum die Produzenten zahlten

1977 nimmt niemand einen Superheldenfilm ernst. Das Genre existiert noch nicht: die früheren Adaptionen sind Kinderserien oder Fernsehserien mit kleinem Budget.

Die Salkinds brauchen deshalb ein Signal an Verleiher, Presse und Publikum: dieser Film ist kein billiges Amüsement. Der Name Marlon Brando — gefolgt von dem von Gene Hackman — erfüllt genau diese Funktion.

Die Wette geht auf. Der Film wird einer der größten Erfolge seiner Zeit, wie unsere Rangliste der Einspielergebnisse der Superman-Filme in Erinnerung ruft, und öffnet den Weg für alles, was folgt.

Anders gesagt: Brando wurde nicht bezahlt, um Jor-El zu spielen, sondern damit Superman existieren konnte.

Zwölf Drehtage

Seine Szenen konzentrieren sich auf Krypton, am Anfang des Films: der Prozess gegen Zod, die Warnung an den Rat, der Bau der Kapsel und der Abschied von seinem Sohn. Dazu kommen die Sequenzen in der Festung der Einsamkeit, wo Jor-El zu einem erwachsenen Clark spricht.

Der Kontrast zwischen der Kürze der Dreharbeiten und der Wirkung der Szenen ist auffällig. Der Satz an seinen Sohn — die Idee, dass Menschen besser werden können und ihnen nur das Licht fehlt, das ihnen den Weg zeigt — strukturiert noch immer, wie die Figur heute geschrieben wird.

Unser Porträt von Jor-El zeichnet die Geschichte der Figur in den Comics nach, wo er bis dahin ein Gelehrter der zweiten Reihe war.

Neben Brando spielt Susannah York Lara, und Terence Stamp tritt als Zod beim Prozess auf: unser Dossier über Zod gegen Superman kommt auf diese Sequenz zurück.

Seine Methoden, zwischen Legende und Wirklichkeit

Drei Dinge, die man über Brando wiederholt

  • Tafeln statt auswendig gelerntem Text. Das ist belegt, und Brando stand dazu: er las seine Texte lieber von Tafeln außerhalb des Bildes, weil das Spiel dann spontaner wirkte. Bei Superman erwähnen mehrere Zeugen Tafeln, die im Set versteckt waren.
  • Die Set-Anekdoten. Richard Donner hat erzählt, der Schauspieler habe vorgeschlagen, Jor-El anders zu spielen als durch ein Erscheinen im Bild. Diese Geschichten kommen vom Regisseur und seinem Umfeld: sie sind plausibel, oft wiederholt, bleiben aber Dreherinnerungen.
  • Der Mythos vom «ihm war es egal». Seine Szenen sagen das Gegenteil. Das Spiel ist präzise, das Tempo beherrscht, die Vater-Sohn-Beziehung mit völligem Ernst getragen. Professionalität war nie das Problem.

Was man ohne Risiko sagen kann, ist das Ergebnis auf der Leinwand. Die Eröffnungssequenz von Superman funktioniert, weil ein Schauspieler dieses Ranges einen Kristallplaneten und ein Baby in einer Kapsel ernst nimmt.

Ohne diese Anfangsgravitas wäre der Film ins Pastiche gekippt. Christopher Reeve hat diese Schuld oft betont: die erste Viertelstunde setzt den Ernst, der Rest darf sich danach Humor leisten. Unser Porträt von Christopher Reeve kommt auf seine eigene Arbeit zurück.

Der Prozess, der ihn aus Superman II drängt

Brando hatte Szenen gedreht, die für Superman II gedacht waren, beide Filme wurden parallel produziert. Sie kommen 1980 nicht heraus.

Der Grund ist finanziell: der Schauspieler verklagt Ilya Salkind, weil er seinen vertraglichen Gewinnanteil nicht erhalten habe. Der Streit macht die Nutzung seiner Bilder teuer, und die Produktion zieht sie einfach aus dem zweiten Film. Die Festungssequenzen werden mit Susannah York als Lara neu gedreht.

Dieser Streit kommt zum Konflikt mit Richard Donner hinzu, der im März 1979 entfernt wurde: zwei getrennte Entscheidungen, dieselbe Wirkung auf den Film. Unsere Analyse von Superman II erzählt von dieser Zeit.

Marlon Brando wurde also für eine Rolle bezahlt, die er nur zur Hälfte gespielt hat, in einer Saga, deren Ende er nicht gesehen hat.

Die postume Rückkehr von 2006

Marlon Brando stirbt am 1. Juli 2004 in Los Angeles, im Alter von 80 Jahren. Zwei Jahre später kehrt er trotzdem zweimal auf die Leinwand zurück.

Zuerst in Superman Returns : Bryan Singer holt von den Rechteinhabern die Erlaubnis, Archivbilder zu nutzen, und lässt Jor-El in der Festung der Einsamkeit wieder sprechen. Das ist eine explizite Hommage an den Film von 1978.

Dann im Donner Cut von Superman II, erschienen im November 2006: die 1977 gedrehten und nie gezeigten Szenen werden endlich eingebaut, und der Film bekommt seine Vater-Sohn-Beziehung zurück.

Neunundzwanzig Jahre nach den Dreharbeiten fand ein seit zwei Jahren verstorbener Schauspieler so seine Rolle in zwei Filmen desselben Jahres wieder.

Was sein Jor-El gebracht hat

Merken

Vor 1978 war Jor-El ein Comic-Gelehrter, der auf der zweiten Seite stirbt. Seit Brando ist er ein Vater, der jenseits des Todes zu seinem Sohn spricht, und dessen Stimme den Helden sein Leben lang begleitet. Alle späteren Adaptionen, von Smallville zu Man of Steel, beruhen auf dieser Erfindung.

Die Idee der aufgenommenen Botschaft, hinterlassen für ein Kind, das sie Jahre später hören wird, ist ein Pflichtstück geworden. Smallville macht daraus den Motor mehrerer Staffeln; Man of Steel gibt ihr einen zentralen Platz.

Das zweite Erbe ist kommerziell. Mit der Annahme dieser Rolle hat Brando ein ganzes Genre legitimiert: nach ihm konnte kein großer Schauspieler mehr behaupten, ein Superheldenfilm sei unter seiner Würde.

Um den Platz dieses Films in der Mythologie zu messen, unsere vollständige Geschichte Supermans zeichnet den gesamten Weg der Figur nach.

FAQ — Häufige Fragen

Wie viel hat Marlon Brando für Superman bekommen?

3,7 Millionen Dollar feste Gage plus eine Beteiligung an den Einnahmen, für etwa zwölf Drehtage. Die Schätzungen seines Gesamtgewinns liegen bei etwa 14 Millionen Dollar.

Welche Rolle spielt er?

Jor-El, der kryptonische Vater von Superman. Er erscheint in den Krypton-Sequenzen am Anfang des Films, dann in der Festung der Einsamkeit, wo er zu seinem erwachsenen Sohn spricht.

Warum ist er nicht in Superman II?

Weil er den Produzenten Ilya Salkind wegen seines Gewinnanteils verklagt hat. Seine schon gedrehten Szenen wurden aus dem Film von 1980 genommen und durch Sequenzen mit Susannah York als Lara ersetzt.

Stimmt es, dass er seine Texte von Tafeln ablas?

Ja, das war seine offene Methode bei den meisten seiner späten Filme: er fand, den Text erst im Sprechen zu lesen mache das Spiel spontaner.

Wann wurden seine Szenen wiederhergestellt?

2006, zwei Jahre nach seinem Tod: zuerst über Archivbilder in Superman Returns, dann im Donner Cut von Superman II, erschienen im November desselben Jahres.

Was sind seine bekanntesten Filme?

Endstation Sehnsucht (1951), Die Faust im Nacken (1954, Oscar), Der Pate (1972, abgelehnter Oscar), Der letzte Tango in Paris (1972) und Apocalypse Now (1979).

Fazit

Marlon Brando hat zwölf Tage am Set von Superman verbracht und die zentrale Figur neu definiert, ohne je den Umhang zu tragen. Sein Jor-El hat einen Gelehrten der zweiten Reihe in eine Vaterfigur verwandelt, die die ganze Mythologie heimsucht.

Der Schnitt, der seine Szenen zurückgegeben hat, wird in unserem Dossier über der Donner Cut erzählt, und sein Gegner auf der Leinwand in unserem Porträt von Terence Stamp.

Die Gage wurde zum Skandal, der Prozess kostete ihn den Platz in der Fortsetzung, und erst 2006 sah man seine Arbeit vollständig. Bleibt das Wesentliche: ohne ihn wäre der erste große Superheldenfilm wohl nicht ernst genommen worden.

Zum Weiterlesen unser Porträt von Jor-El erzählt die Figur, und unsere Analyse von Superman (1978) kommt auf den Film zurück, der alles ins Rollen brachte.

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